MEINUNG: Der WOLF - Unsere Zerrissenheit mit dem Wilden

Kategorie: MEINUNG
Erstellt am Donnerstag, 28. Januar 2016 Geschrieben von Manuel Dörfler


Im folgenden Text schreibt unser Redakteur Manuel Dörfler über die Rückkehr der Wölfe in Deutschland: Heute, in einem Zeitalter von Smartphones, Internet, Autobahnen, Supermärkten und Industrialisierung sehnen sich viele Menschen mehr denn je nach Abenteuer (nicht nur in sog. Singleportalen) nach ursprünglicher Natur, nach dem »Wilden«, nach einem authentischen, einfachen und entschleunigten Leben.

Vor über 100 Jahren wurde der Wolf in unseren Breiten ausgerottet. Mit welchem Recht? Ihm wurde vermutlich die Furcht der Bevölkerung zum Verhängnis. Nicht zuletzt wurde der negative Ruf des Wolfes über Jahrhunderte durch Märchen, Sagen und Erzählungen am Leben gehalten und genährt.

In den Medien kann man immer wieder von Wolfssichtungen in bereits etlichen Teilen Deutschlands hören und lesen. Auch häufen sich die Berichte vom »bösen Graurock«, der immer wieder Herdentiere attackiert/getötet haben soll. In den meisten Fällen ist mit dem »Grauen« schnell ein Verdächtiger gefunden, dem man kategorisch die Schuld an die Pfoten heften kann. Ich wage es zu bezweifeln, dass er tatsächlich in allen Fällen der Übeltäter ist...

Natürlich, der Wolf ist ein Raubtier. Er muss jagen/töten um zu überleben. Und er ist wahrhaft ein Spezialist auf diesem Gebiet. Die Schäfer, Landwirte und Tierzüchter, welche ein oder mehrere vom Wolf gerissene Tiere zu beklagen haben, werden von Seiten des Staates ent-schädigt. Das diese Berufsgruppen dem »Wolfs-Revival« mit Skepsis und Sorge entgegensehen, ist verständlich. Bedeutet dies doch schlussendlich auch einen Mehraufwand an Schutzmaßnahmen wie elektrische Weidezäune oder auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Beide Hilfen werden übrigens ebenfalls vom Staat angeboten. Trotz allem stellt dies einen zeitlichen und somit auch finanziellen Nachteil für die Betroffenen dar. Kein einfaches Thema also...

Mit dem Wolf hält nun ein natürlicher Beutegreifer Einzug in unsere Wälder. Schon steht das nächste »Problem« vor der Tür - wir Jäger! Ja, es soll Jäger geben, welche in diesem Prädator einen »Wilbretkonkurrenten« ausgemacht haben. Der Wolf als Fleischfresser wird mit Sicherheit seinen Hunger mit dem einen oder anderen Huftier (z.B. Reh, Hirsch, Schwarzwild, u.v.m.) stillen. Das ist die Natur. Aber er wird uns Jägern nichts wegnehmen, ganz im Gegenteil, er wird unsere Gefilde mit seiner geisterhaften Anwesenheit bereichern, wilder und natürlicher machen.

Zu guter Letzt möchte ich noch kurz treffende Gesetzestexte in die Waagschale für die Rückkehr des Wolfes werfen...

» Artikel 1 - Abs. 1 BayJagdG: Die FREILEBENDE Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer VIELFALT zu bewahren...

» § 1 - Abs. 2 BJagdG: Hier wird u.a. als Ziel der Hege ein angepasster, ARTENREICHER und gesunder Wildbestand genannt.

Beide Gesetzestexte drücken für mich persönlich eine »Willkommenskultur« des Wolfes in unserem Land aus, worüber ich mich freue.

Meiner Meinung nach beschneiden wir uns selbst, wenn wir unsere Mutter Natur nicht frei walten lassen. Freuen wir uns indessen darüber, dass der wilde, scheue und sagenumwobene Isegrim langsam aber sicher wieder in seine alte Heimat zurückfindet.

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Ein Kommentar von »Manuel Dörfler« (Jäger, Angler, Naturbursche)
Foto: © 2016 - PAUKERKEKS - PIXELIO.de

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