MEINUNG: BIOGAS statt Brot?

Kategorie: MEINUNG
Erstellt am Freitag, 18. Dezember 2015 Geschrieben von Manuel Dörfler

Redakteur Manuel Dörfler schreibt ein paar Zeilen darüber, wie er über das Thema Biogasanlagen denkt. Aufhänger dafür war ein Artikel des BR, der leider online nicht mehr verfügbar ist.

Kannst du dich noch an deine Kindergartenzeit erinnern? Spätestens hier wurden wir alle von den Erziehern und Eltern dazu angehalten unser Pausenbrot aufzuessen.

Auf gar keinen Fall durfte man sich bei anderweitiger Entsorgung des Pausenbrotes erwischen lassen. 
Beschämt muss ich gestehen, dass dieses "Vergehen" leider auch in meiner Vita vermerkt ist. Vor ca. 30 Jahren wurde damit begonnen Biogasanlagen zu bauen. Verschiedenste Brennmaterialien wurden auf ihre Effizienz getestet. Selbst vor dem Getreide, welches das Grundnahrungsmittel schlechthin für uns Menschen darstellt, wurde nicht haltgemacht. Seit der Jahrtausendwende werden die Biogasanlagen überwiegend mit Mais "gefüttert", was natürlich einen stark erhöhten Anbau von Maismonokulturen zufolge hat.


Leidtragend sind zahlreiche Pflanzen, welche sich bedingt durch die intensive Landwirtschaft auf dem Rückzug befinden. Gleichzeitig werden dem Niederwild wie z.B. Feldhase, Fasan, Rebhuhn Nahrungsgrundlagen und Lebensräume genommen. Der Rückgang oder gar das Aussterben etlicher Tierarten war bzw. ist durch die intensive Landwirtschaft vorprogrammiert und wird leider in Kauf genommen. Es siegt mal wieder der Profit...


Ja, man kann mit Hilfe von Biogasanlagen Energie produzieren und selbst die Abwärme als kostengünstige Heizquelle nutzen. Offensichtlich ein Gewinn (zumindest finanzieller Art) für den Menschen. Biogasanlagen werden übrigens als Ergänzung zur Wind- und Sonnenenergie aufgeführt und sollen einen Ausstieg aus der Atomenergie mit ihren Risiken erleichtern. Doch auf welche Kosten?

Noch einmal möchte ich einen kurzen Blick zurück auf die Maisfelder werfen... Einen besonderen Gefallen findet daran das Schwarzwild, dessen Rottenstärken, bedingt durch die Mais-Mast, unaufhaltsam anwachsen. Mit zunehmender Wildschweinpopulation steigen zwangsläufig auch die Wild-schäden auf den Landwirtschaftlichen Flächen an. Hier kommt der Jäger wieder auf den Plan, der sich immer öfter vor Landwirten und Jagdgenossen für z.T. massive Wildschäden, den Schwarzwildzuwachs und das Ausbleiben von hohen und erwünschten Abschusszahlen rechtfertigen muss.

Ein weiteres Problem von Bedeutung sehe ich in den Anbauflächen für Energiepflanzen (für Biogasanlagen), Futtermittel und für die Nahrungsmittel-erzeugung, welche in Konkurrenz zueinander stehen. Vor allem in Entwicklungsländern stellt der Bau von Biogasanlagen verheerende Folgen für die Lebensmittelgewinnung dar. Heute, gut 30 Jahre nach meiner Kindergartenzeit, würde ich mein Pausenbrot nicht mehr wegwerfen und möchte es auch nicht verantworten, Lebensmittel wie z.B. Getreide -und dazu gehört auch der Mais- in Biogasanlagen zu "verheizen" um Strom und Wärme zu erzeugen. Ob nun Biogasanlagen einen Fluch oder Segen für uns Menschen und unsere Zukunft darstellen, darüber muss sich jeder selbst ein Bild machen. Handeln wir bitte verantwortungsvoll!

Ein Kommentar von "Manuel Dörfler"

Fotos:
Biogas-Anlage - Florian Gerlach (Pixelio.de)
Maisfeld - Rike (Pixelio.de)

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