ASP: Die Landesregierung Brandenburg fordert eine intensive Bejagung

Kategorie: JAGEN
Erstellt am Montag, 28. September 2020 Geschrieben von Heiko Halbauer

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen. Vor dem Hintergrund der steigenden Fallzahlen von infizierten Wildschweinen in Brandenburg fordern Politik, Verwaltung und Verbände eine intensive Bejagung der Wildschweinpopulation auch in Schleswig-Holstein.

Doch die Hansestadt Lübeck will bei der Wildschweinbejagung auf den effektiven Einsatz von Jagdhunden nahezu verzichten.

Die Zahlen der durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) verendeten Wildschweine steigen weiter. Aktuell wurden in Brandenburg 32 bestätigte Fälle gemeldet. Mittlerweile umfasst die Sicherheitszone ein Gebiet von rund 150 Quadratkilometern. Zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus den Kreisjägerschaften Bad Segeberg und Herzogtum Lauenburg haben lange auf den Ernstfall hingearbeitet und ihre Jagdhunde für das Aufspüren von verendeten Wildschweinen abgerichtet. Die Hundegespanne sind nun seit Anfang der Woche in Brandenburg ehrenamtlich aktiv, um die vor Ort tätigen Behörden zu unterstützen.

Foto: © Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.

Gleichwohl die Entfernung zwischen Brandenburg und Schleswig-Holstein weit erscheinen mag, ist die Gefahr einer Einschleppung der ASP durch den Menschen sehr hoch. Orte wie Lübeck, die durch die Häfen einen starken Transitverkehr aufweisen, gelten als besonders gefährdet. Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht hat daher eine ganz deutliche Bitte an die Jägerinnen und Jäger im Land zwischen den Meeren gerichtet: Es soll die Rekordstrecke aus 2019 mit fast 20.000 erlegten Wildschweinen in Schleswig-Holstein noch einmal deutlich erhöht werden. Nur wenn die Schwarzwild-Populationen massiv ausgedünnt werden, kann eine schnelle Ausbreitung der Seuche verhindert werden.

Wie berichtet will der Leiter des Stadtwaldes Lübeck Knut Sturm allerdings nun eine vollkommen andere Jagdstrategie einschlagen. So soll in den Revieren des Lübecker Stadtwaldes auf den großräumigen und effektievn Einsatz von brauchbaren Jagdhunden verzichtet werden, lediglich ein Hund soll pro Revier zum Einsatz kommen. „Diese Art der Jagdstrategie ist in Zeiten von ASP rational nicht nachvollziehbar“ so Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. „Auf der einen Seite sollen wir Jägerinnen und Jäger möglichst rund um die Uhr ehrenamtlich Wildschweine erlegen, auf der anderen Seite versucht man in Lübeck Jagden mit gegenteiligem Effekt. Größere Abschusszahlen erreicht man nicht durch die Einzeljagd, sondern nur durch gut organisierte revierübergreifende Gemeinschaftsjagden mit dafür ausgebildeten Stöberhunden in ausreichender Zahl!“ Eine effektive Bejagung sei so nicht zu erreichen, betont Heins.

Lübeck ist ländlich gelegen und umgeben von Feldern und vielen Wäldern. Gegenwärtig gibt es Stadtteile, die stellenweise einer Kraterlandschaft gleichen. Wildschweingruppen mit über 30 Tieren streifen nicht nur nachts durch Moisling oder Schlutup und verwüsten dort Gartenanlagen. Die jährlich angerichteten Schäden tragen die Anwohner, die Wohnungsbaugesellschaften und das Lübecker Grünflächenamt. Die Menschen mögen sich nicht mehr in den Parkanlagen bewegen, da sie Übergriffe von Wildschweinen fürchten.

„Die Reproduktionsrate bei Wildschweinen liegt pro Jahr bei über 230 Prozent.“ stellt Heins klar und fragt, wer die Kosten der entstandenen Schäden übernehmen soll. Zudem sei dies auch ein Schlag ins Gesicht für die Pächter anliegender Reviere. Es gäbe zahlreiche Grenzreviere zum Lübecker Stadtwald, die bereits Wildschaden an geschädigte Landwirte in empfindlicher Höhe zu entrichten hätten. Die Sauen haben im Wald ihren Einstand und fressen sich im Mais an den angrenzenden Feldern satt. Die Folge könnte sein, dass in absehbarer Zeit viele angrenzende Reviere nicht mehr zu verpachten seien, weil sich Jäger derartige Verhältnisse zeitlich und finanziell nicht leisten könnten. Auch seien Anwohner und Gartenbesitzer betroffen, die unter diesen Auswirkungen zu leiden hätten.

(Quelle: Presseportal.de / Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.)

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